Samstag, 14. Februar 2015

Auswahl und Kauf der Ausrüstung

So als Neueinsteiger fühlt man sich ganz schön nackig. Es fehlt einem an allem. Das fängt beim Kopfschutz an und hört an den Füßen auf. An was soll man sich beim Kauf orientieren? Sollte man eher preiswerte Produkte für den Einstieg wählen oder sind hochwertige und somit auch teurere Produkte die geeignetere Wahl.



Der ersten Anbieter, den ich besuchte, war die Fa. Louis in Bielefeld an der Herforder Straße. Ein erster Rundblick ließ mich erschaudern, denn die Auswahl war erschlagend. Sehr schnell wurde mir klar, ohne einen Berater lief nichts. Einem jungen Verkäufer erklärte ich meine Situation. Weil meine schwarze Hermi sehr dunkel wirkt, wollte ich eine helle Kleidung. Trotz aller Vielfalt im Laden war die Auswahl bei heller Bekleidung beschränkt. Zusätzlich favorisierte ich aus Preisgründen die Modelle aus dem Vorjahr. Anscheinend kannte sich der Berater in seinem Sortiment sehr gut aus und hatte schnell die ersten Stücke ausgewählt und mir präsentiert. Jetzt ging es ans Anprobieren um die richtigen Größen zu ermitteln. Fa. Louis hat für das Ausprobieren eine alte Yamaha in der Ausstellung stehen, so dass die Kombination sowohl im Stehen wie auch im Sitzen ausprobiert werden konnte. Der Berater hatte einen guten Blick und die von ihm ausgewählte Kombination passte sehr gut. Nach der Kombi ging es um den Helm. Beim Helm wollte ich nicht sparen und er empfahl mir einen Klapphelm von Schuberth passend zum Anzug in einer dunklen Farbe. Auch die zur Kombi passenden Stiefel waren schnell gefunden. Jetzt fehlten noch die Handschuhe und der Nierengurt. Die stellten aber auch kein Problem dar. In der Kombi nicht enthalten war der Protektor für den Rücken. Somit musste auch dieser zur Kombi gefunden werden. Die Auswahl war abgeschlossen und der Berater erstellte mir eine Preisaufstellung. 1.250€ sollte mich die Ausstattung kosten. Natürlich hätte der Berater mir die Produkte gerne gleich mitgegeben. Dagegen sprach, dass mir der gesamte Eindruck zu bunt daherkam und ich auch einen Vergleich mit einem weiteren Produkt wünschte. Einen kleinen Einkauf konnte ich mir nicht verkneifen, ein Repro-Blechschild mit einer klassischen BMW, siehe Foto.



Für den Vergleich fuhr ich einige Tage später zu meinem Motorradhändler Fa. Weihe nach Löhne in die Koblenzer Straße. Er führt Produkte der Fa. IXS sowie von BMW. Nach Gesprächen mit Bekanten hatte ich mich entschlossen auf eine helle Ausstattung zu verzichten. Sie sei zu schmutzempfindlich, war die allgemeine Aussage. Als erstes probierte ich eine Kombi von IXS aus. Der Vorteil bei IXS ist, dass bestimmte Modelle auch in Lang- und Kurzgrößen angeboten werden. Zum Anprobieren im Sitzen stand leider keine Oldtimer-Maschine zur Verfügung, dafür alle Neumaschinen aus der Ausstellung. Ich probierte die brandneue R1200R als Modell mit der neuen Vordergabel. Dank der kompetenten Beratung und der guten Modellkenntnissen von Miriam Prüßner hatte ich auch bei IXS schnell die passende Kombi  gefunden. Da die IXS wie auch die Kombi von Louis aus textilem Material hergestellt wurde, waren sie vom Komfort des Tragens sehr vergleichbar. Für mich als Neuling fühlte es sich sehr ungewohnt an, weil die Kombis steif und sperrig saßen. 


Um einen weiteren Vergleich zu erhalten, fragte ich nach einer Steigerung. Die Antwort viel  sehr direkt und eindeutig aus. Als Alternative nach oben käme nur die Modellreihe Atlantis von BMW in Frage. Es sei zwar ein erheblicher Preissprung, dieser würde sich aber lohnen. Also startete die gleiche Prozedur der Findung der geeigneten Größe von vorne. Beim zweiten Versuch hatten wir auch bei dieser Modellreihe die richtigen Größen ermittelt. In diesem Fall benötigte ich eine Kombination von Größen, oben 54 und unten 52. Der Tragekomfort war ein Traum und kein Vergleich zu den beiden vorherigen Versuchen. Der einteilige Aufbau entfaltete seine ganze Stärke. Auch in punkto Sicherheit erhielt die Kombi die beste Benotung. In der späteren Internetrecherche waren die Käufer voll des Lobes in Bezug auf die gesamte Qualität der Reihe. Nach Rücksprache mit meiner Frau und dem Abwägen der Argumente entschied ich mich für die qualitativ beste Lösung, die Kombi von Atlantis/BMW.


Beim Helm wechselte ich vom Schuberth- zum BMW-Helm. Die Passform eignete sich etwas besser für meinen Dickkopf. Beim Stiefel hatte ich die Wahl zwischen Daytona und  BMW, blieb aber bei meiner Stammmarke. Auch bei den Handschuhen fiel die Wahl auf das Modell von Atlantis, denn sie überzeugten mich mit ihrer Geschmeidigkeit und perfekten Qualität. Das gesamte Paket lag mit 2.500€ natürlich deutlich über dem von Fa. Louis und dem Angebot für die IXS-Ausstattung. Ich hoffe, dass sich die Auswahl in den nächsten Jahren bewähren wird und ich somit viel Freude an der Ausstattung habe.

Fotos: Iris, Nadine und Hermann Brünger

Sonntag, 25. Januar 2015

Die Hermi steht im eigenen Stall

Hallo zusammen,

am Donnerstag, 22.01.2015 war es soweit, Herr Udo Vieregge von Fa. Weihe, brachte mit seinem Kleintransporter meine Hermi von Löhne zu mir in die Firma in der Franz-Werfel-Str., Bünde. Nach dem Ausladen wurde ein erstes Foto erzeugt. Wie schon bei Weihe, ein toller Anblick.

Schnell war die Hermi von einer Traube neugieriger Blicke umhüllt. Sie alle waren voll des Lobes über den guten optischen Zustand. Doch die Beantwortung Ihrer Fragen musste warten.

Zuerst erfolgte die Übergabe. Herr Vieregge ging mit mir noch einmal alle Details der Bedienung durch und dann war es soweit. Ich durfte die Maschine besitzen und das erste mal die Zündung betätigen. Wow, dass war ein herrlicher Sound.

Die erste kleine Strecke in der Halle konnte starten. Nervös wie ich war, klappte das Einlegen vom ersten Gang nicht auf anhieb. Der nächste Schritt, das Loslassen der Kupplung war auch nicht erfolgreicher, denn ich hatte zuwenig Gas gegeben und der Motor starb ab. Der zweite Anlauf war erfolgreich und ich fuhr meine ersten 50m mit meiner Hermi und weitere kleine Runden folgten.

Herr Vieregge konnte sich verabschieden und ich die neugierigen Fragen aller Mitarbeiter beantworten. Die Hermi wurde in ihre Garagenposition geschoben und musste bis Sonntag auf ihren nächsten Einsatz warten.

Heute am Sonntag ist es soweit, meine Hermi und ich werden uns auf einpaar Runden durch die Produktionshalle aneinander gewöhnen. Am Wochenende ist die Halle in der Regel relativ leer, so das ich einen kleinen Rundkurs abfahren kann.


Das Wichtigste zuerst, das Fahren mit meiner Hermi war super, ich freue mich auf die Saison.

Den Motor starten, Gang einlegen und los, so einfach war es dann doch nicht.

An das Spiel mit der Kupplung musste ich mich erst herantasten.

Mehr als der erste Gang war nicht möglich, die Geraden waren zu kurz.

In den engen Passagen war Augenmaß und ein gutes Spiel mit der Geschwindigkeit und der Kupplung notwendig.

Die erste kleine Fahrt unter vereinfachten Bedingungen war klasse und das kleine Video von Nadine zeigt das hoffentlich auch. Die Haltungsnoten dürft ihr vergeben.

Den Beitrag mit den Klamotten habe ich im folgenden, dritten Spot verschoben.

Wenn euch der Spot gefallen hat, abonniert einfach meinen Blog und gebt einen kleinen Kommentar ab.


Fotos und Video: Nadine Brünger

Samstag, 10. Januar 2015

Der Motorradkauf

Hallo Ihr Neugierigen,


nach einigen Überlegungen, Tipps und Motivationen von Freunden, hier möchte ich besonders meine gute Bekannte Diana nennen, habe ich mich entschieden wieder mit dem Motorradfahren zu beginnen.

Natürlich sollte es eine neue Maschine werden. Diverse Beiträge im Internet wurden gelesen und die Yamaha XJ6 ABS erhielt gute Kritiken und wurde zur ersten Favoritin.

Foto: Yamaha Motorräder GmbH


Schnell wurde klar, dass sie für das Fahren zu zweit nicht die beste Wahl darstellte. Meinem Bekannten Stefan gefielen die Schlitzaugen nicht und außer einer BMW käme für ihn eh nichts ins Frage. Diana, selbst eingefleischte BMW-Fahrerin, sang ebenfalls das Hohelied auf ihre BMW.

Zum Glück hat nicht weit von mir entfernt die Fa. Weihe (www.motorrad-weihe.de) ihren Firmensitz. Sie führt beide Fabrikate, somit war der Entschluss schnell gefällt kurzfristig bei Weihe vorbeizuschauen.


Der Berater stellte sich als sehr kompetent heraus und unterstützte die vorherigen Meinungen. Ergo wurde bei BMW nach einem Einstiegsmodell gesucht. Die F 800 R gefiel, das Probesitzen passte, aber die Motorisierung war, ähnlich wie bei der Yamaha, für das Fahren zu zweit nicht optimal.


Foto: BMW Motorrad Deutschland

Stattdessen empfahl mir der nette Herr Kuhlmeier von Fa. Weihe eine R1200 R. Drei Maschinen weiter stand eine in der Ausstellung. Das Probesitzen war klasse, Iris, meine Frau, war mit ihrer Sitzposition sehr zufrieden. Wir informierten uns nach dem Preis und nach geeigneten Finanzierungsmodellen. Schnell wurde klar, das BMW zur Zeit es wenig nötig hat ihre Maschinen durch interessante Finanzierung zu pushen. Ernüchtert fuhren wir nach Hause. 15.000€ waren mir für den Einstieg zu viel Geld.

Nach weiteren Überlegungen reifte der Gedanke, ob eine Gebrauchte nicht evtl. eine bessere Lösung darstellt. Den Wertverlust der ersten Jahre hat eine andere Person getragen und die BMW's sind als Gebrauchte sehr wertstabil, berühmt für ihre gute Qualität und wer weiss, ob die erste Wahl nach vielen Jahren Motorradabstinenz nicht eine falsche Wahl sein wird und man nach einer Saison wechseln will. Bei einer Gebrauchten ist dies kein Problem.

Beim zweiten Besuch bei Fa. Weihe stand gleich als erste im Gang bei den Gebrauchten eine schicke, schwarze R1200 R.  8.390 € sollte sie kosten. 52.000 km gelaufen, 2 Vorbesitzer, guter gepflegter Zustand, Erstzulassung 2008/11. Eigentlich sehr interessant, aber viel zu teuer. Dies war die vielfache Meinung meiner Beraterschar.


Foto: Hermann Brünger


Also war weitersuchen angesagt, mobile.de und autoscout24.de wurden gequält.
Die günstigen Angebote hatten alle große Nachteile. Entweder ging die Laufleistung gegen 100.000 km oder die Maschinen waren viel zu alt. Außerdem sollte sie, wenn möglich, aus dem näheren Umfeld Ostwestfalens kommen, denn ich wollte keine Tagestouren innerhalb Deutschlands unternehmen.

Der Zwischenstop bei einem Bünder Händler war erfolgreich. Mit einer R1100 S hatte er eine Alternative im Laden. Aber auch sie hatte ihre negativen Seiten: Bj 2003/05 und eine Sitzhaltung, die für alte Männer nicht besonders Rücken schonend ist. Der Preis von 4.990 € war nicht schlecht, aber auch nicht besonders attraktiv. Ich bat mir eine Bedenkzeit aus.


Foto: Hermann Brünger


Nach Rücksprache mit meiner Frau schauten wir uns am folgenden Freitag, den 09.01.2015, noch einmal die Maschine bei Fa. Weihe an. Sie gefiel uns nach wie vor. Der neue Berater, Herr Vieregge, hatte keinen Spiel beim Preis, aber er wurde vom ersten Gespräch bis zum zweiten um 400 € gesenkt. Dafür bot Herr Vieregge uns einige Optionen inkl. an. Er würde die Standardbank gegen eine Komfortbank tauschen und wolle die Kosten für Service, Hauptuntersuchung und ASU übernehmen. Die Michelin-Reifen sind fast neu. Wir erfuhren, dass der erste Nutzer nur der Statistik diente und der zweite eine Frau war. Sie und ihr Mann, ein K-Fahrer, fuhren regelmäßig auf Touren. Zum Gesamtpaket gehörten ausserdem zwei Seitenkoffer zur Aufnahmen von unseren Helmen und ein Tankrucksack.

Foto: Hermann Brünger

Nach kurzer interner Rücksprache entschieden meine Frau und ich uns für die R1200 R.
Jetzt steht die Maschinen bei Weihe und wartet auf den Service und die Hauptuntersuchung. In spätestens vierzehn Tagen überführt Herr Vieregge die Maschine zu uns in die Firma. Dort auf dem weitläufigen Hofplatz führt er mich ein und ich darf meine ersten kleinen Runden drehen.

Noch einmal vielen Dank an Diana, Frank und Stefan für die vielen Tipps und an meine familieninternen Lektorinnen.

Im zweiten Post berichte ich euch über unseren Besuch bei Firma Louis in Bielefeld zum Thema Bekleidung.